IhF-Mini-Modul
Enuresis und Harninkontinenz im Kindesalter
Autor: Dr. Rolf Thelen, Warendorf
Kinder mit Einnässsymptomen werden in der Hausarztpraxis relativ häufig vorgestellt. Die In-kontinenz und Enuresis ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter.
Nach der neueren Nomenklatur unterscheidet man die Enuresis (nächtliches Einnässen) von der Harninkontinenz am Tag mit ihren Unterformen.
Enuresis wird erst ab dem vollendeten 5. Lebensjahr als therapiebedürftiges Problem gesehen, denn erst ab dem 3. und 4. Lebensjahr kann die Anspannung der Blasenmuskulatur gesteuert werden und auch dann bedarf es noch einiger Zeit, bis sich die Steuermechanismen voll entwi-ckeln. Inzwischen ist bekannt, dass es sich bei der Enuresis um eine genetisch determinierte, komplexe Reifungsverzögerung des ZNS handelt.
Harninkontinenz am Tage kann funktionelle oder organisch bedingte Ursachen haben. Bei der häufigsten Form, der funktionellen Harninkontinenz, stehen die idiopathische Dranginkontinenz, die Harninkontinenz bei Miktionsaufschub und die Detrusor-Spinkter-Dyskoordination im Vor-dergrund. Lach- und Stressinkontinenz als weitere funktionelle Störungen sowie z.B. Harnwegsanomalien, neurogene Blasenfunktionsstörungen als organisch verursachte Inkonti-nenzstörungen sind dagegen selten.
Das Mini-Modul zeigt in Fallbeispielen den Ablauf des strukturierten Anamnese- und Untersu-chungsganges, mit dem in der Regel die exakte Diagnose gestellt werden kann. Diese ist Vo-raussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Hier steht an erster Stelle die Urotherapie, die Maßnahmen wie Aufklärung, Miktionsdokumentation und Instruktion verbindet. Sie wird häufig mit apparativen oder pharmakologischen Methoden kombiniert.
Eine Patienteninformation ergänzt das Mini-Modul, das ebenfalls eine Lernerfolgskontrolle zum Erwerb eines zusätzlichen CME-Punktes beinhaltet.